Kaufland hat am 1. September 2026 einen offiziellen Leitfaden zu Kaufland Rich Content veröffentlicht – und damit ein Feature in den Vordergrund gerückt, das viele Händler bis heute nicht nutzen. Rich Content sind erweiterte Produktbeschreibungen aus Text-, Bild- und Videomodulen, die unterhalb der Standard-Produktinformationen auf der Produktseite erscheinen. Kostenlos, auf allen neun Kaufland-Marktplätzen, in acht Sprachen. Wer Amazon kennt, denkt an A+ Content; die Logik ist ähnlich, die Umsetzung auf Kaufland aber deutlich zugänglicher.
Wir haben Kaufland Rich Content in den vergangenen Wochen für mehrere Kundensortimente aufgebaut und dabei gelernt, wo die Dokumentation schweigt und wo sie sich sogar selbst widerspricht. Dieser Beitrag erklärt die Module, die drei Import-Wege und die Fallstricke, die dich beim ersten Versuch sonst eine Woche kosten.
Warum Rich Content auf Kaufland gerade jetzt zählt
Der Nutzen ist schnell erklärt: Eine Produktseite, die ein Produkt mit Bildern, Anwendungsszenen und Antworten auf typische Fragen erklärt, reduziert Rückfragen und Retouren und erhöht die Conversion Rate. Kaufland nennt in seinem Leitfaden genau diese Effekte – weniger Rückfragen durch FAQ-Blöcke, bessere Abgrenzung von Wettbewerbern, positive Wirkung auf Conversion und Ranking. Konkrete Prozentzahlen liefert Kaufland nicht, und wir erfinden hier auch keine. Aus der Praxis lässt sich aber sagen: Auf einer Plattform, auf der die meisten Wettbewerber nur Titel, Bullets und Standardbeschreibung pflegen, fällt eine gestaltete Produktseite sofort auf.
Der zweite Grund ist das Weihnachtsgeschäft. Laut einer Befragung von 150 Marktplatzexperten, die etailment im September zitiert, nutzten 47 Prozent der Weihnachtskäufer bereits in der vergangenen Saison KI-Werkzeuge für Preisvergleiche und Kaufentscheidungen. Strukturierte, vollständige Produktinhalte werden damit zum Hebel für Sichtbarkeit – nicht nur für Menschen, sondern auch für Assistenten, die Produktseiten auswerten. Ein FAQ-Block mit klaren Antworten ist für beide Zielgruppen wertvoller als ein Fließtext aus drei Sätzen.
Und drittens der Zeitpunkt: Kaufland ist mit den Niederlanden gerade auf neun Länder gewachsen. Rich Content ist auf allen Marktplätzen verfügbar und in Deutsch, Englisch, Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Französisch, Italienisch und Spanisch anlegbar. Wer seine Produktseiten einmal sauber aufbaut, kann sie für jeden neuen Kanal wiederverwenden.
Kaufland Rich Content Module: Was du auf der Produktseite bauen kannst
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Kaufland Rich Content besteht aus Blöcken, die du frei kombinierst. Die API-Dokumentation kennt neun Blocktypen:
- heading und headingText – Überschrift allein oder mit Textabsatz
- image und imageText – Einzelbild oder Bild mit Überschrift, Text und Platzierung links/rechts
- imageSlider und imageTextSlider – mehrere Bilder zum Durchblättern, wahlweise mit Text je Slide
- video und videoText – eingebettetes Video, optional mit Beschreibung
- faq – Frage-Antwort-Paare
Jeder Block kann mit einem Trennelement („separator“) vom nächsten abgesetzt werden. Für Bilder und Videos verlangt Kaufland öffentlich erreichbare HTTPS-Adressen und einen Alt-Text; optional gibt es eigene Mobilvarianten (mobileUrl, mobileHeading, mobileText), damit ein breites Desktop-Banner auf dem Smartphone nicht unlesbar wird. Als inhaltlichen Maßstab nennt Kaufland die „5 C“: complete, correct, clear, consistent, concise.
Ein bewährter Aufbau für ein physisches Produkt: ein Bild in voller Breite mit dem Produkt in der Anwendung, ein Bild-Text-Block mit den drei wichtigsten Eigenschaften, ein Slider mit Detailaufnahmen, ein FAQ-Block mit fünf echten Kundenfragen. Mehr braucht es selten. Was Kaufland nicht dokumentiert, sind Zeichenlimits und maximale Blockzahlen – bislang sind wir mit sechs bis acht Blöcken nie an eine Grenze gestoßen.
Die drei Import-Wege und ein Widerspruch in der Doku
Um Rich Content zu nutzen, akzeptierst du zuerst die Rich-Content-Bedingungen im Seller Portal. Danach hast du drei Wege. Der erste ist der Editor im Seller Portal unter Angebote, Produktdaten, Rich Content: Produkt suchen, Bausteine anklicken, Felder füllen, Vorschau prüfen, veröffentlichen. Für zehn Produkte ist das der schnellste Weg. Der zweite Weg ist die Marketplace Seller API, über die du das JSON direkt an die Produktdaten übergibst – der richtige Weg, wenn deine Warenwirtschaft oder Middleware das unterstützt.
Der dritte Weg ist der Datei-Import, und hier wird es interessant. Kauflands Leitfaden vom 1. September beschreibt ihn ausdrücklich: Produktdatendatei als CSV oder XML anlegen, das Attribut rich_content ergänzen, die Struktur je EAN in das Feld schreiben, unter „Importe verwalten“ hochladen. Die Seller University sagt an anderer Stelle das Gegenteil, nämlich dass Rich Content per CSV nicht unterstützt werde. Wir haben es getestet: Der CSV-Import mit rich_content-Spalte funktioniert. Der Blogartikel hat recht, der Hinweis in der Seller University ist überholt.
Für Sortimente mit hunderten Artikeln ist der Datei-Import der einzige praktikable Weg – vorausgesetzt, du kennst die drei Fallstricke aus dem nächsten Abschnitt.
Drei Fallstricke, die den ersten Import scheitern lassen
Erstens das Trennzeichen. Kauflands Produktdaten-CSV erwartet Semikolon, nicht Komma. Wer eine bestehende, komma-getrennte Vorlage um die Spalte rich_content ergänzt, bekommt eine Datei, die sich importieren lässt, aber nichts anzeigt. Zweitens die JSON-Hülle: Das Feld erwartet kein nacktes Array von Blöcken, sondern ein Objekt mit Versionsangabe und Blockliste – also {„version“:“1.0″,“blocks“:[…]}. Ohne diese Hülle läuft der Import ebenfalls fehlerfrei durch und zeigt trotzdem nichts an. Kaufland validiert das Feld offenbar nicht hart, sondern ignoriert fehlerhafte Strukturen still. Ein grüner Import-Status ist deshalb kein Beweis, dass dein Rich Content live ist – prüfe die Produktseite.
Drittens, und das ist der teuerste Fehler: Kauflands Produktdaten-Import ersetzt die komplette Produktseite mit allen Attributen der gesendeten Zeile. Wer nur EAN und rich_content hochlädt, riskiert, dass Titel, Beschreibung oder Bilder auf der Live-Seite verschwinden. Schick immer die vollständige, bereits akzeptierte Produktdatenzeile und hänge rich_content als zusätzliche Spalte an. Und achte beim Bearbeiten der Datei darauf, dass die sieben Bildspalten in Kauflands Vorlage denselben Spaltennamen tragen – wer sie beim Verarbeiten nach Namen statt nach Position anspricht, behält am Ende nur ein Bild von sieben.
Zu den Bildern noch ein Praxiswert: Kaufland nennt für das Rich-Content-Bild eine Mindestgröße von 1464 mal 600 Pixel. Wenn deine Vorlagen ein anderes Seitenverhältnis haben, strecke sie nicht auf das Zielmaß, sondern platziere sie unverzerrt auf einer Leinwand in Zielgröße und fülle den Rand passend auf. Verzerrte Produktbilder fallen sofort auf und untergraben genau die Qualitätswahrnehmung, die Rich Content aufbauen soll.
So gehst du den Aufbau an
Fang nicht mit dem ganzen Katalog an, sondern mit den zehn umsatzstärksten Artikeln. Sammle für jeden die echten Kundenfragen aus Support-Mails und Bewertungen, daraus wird der FAQ-Block. Nimm die Anwendungsbilder, die du ohnehin für Amazon A+ oder deinen Shop hast, und bring sie auf 1464 mal 600 Pixel. Baue das JSON einmal als Vorlage, prüfe es im Editor per Vorschau und rolle es dann per Datei auf die Varianten aus – bei Produktfamilien mit identischem Inhalt bekommt jede EAN denselben rich_content-Wert.
Plane für die ersten zehn Artikel einen Nachmittag ein, nicht eine Woche. Der größte Zeitfresser ist nicht das JSON, sondern die Entscheidung, welche Bilder und welche Fragen auf die Seite gehören. Wer das einmal für eine Produktfamilie festgelegt hat, braucht für die nächste nur noch die Bilder auszutauschen. Kaufland Rich Content ist damit ein Vorlagen-Thema: einmal gut bauen, dann skalieren.
Als Marktplatz Agentur mit Schwerpunkt Kaufland übernehmen wir genau diesen Prozess – als Kaufland Marktplatz-Betreuung kümmern wir uns um Bildaufbereitung, JSON-Aufbau, Datei-Import mit vollständigen Produktzeilen und die Kontrolle auf der Live-Produktseite. Wenn du deine Kaufland-Produktseiten vor dem Weihnachtsgeschäft auf ein neues Niveau bringen willst, schreib uns über das Kontaktformular – wir starten mit deinen Top-Artikeln.
Fazit: Kostenloses Feature, echter Unterschied
Kaufland Rich Content kostet nichts, ist auf allen neun Marktplätzen verfügbar und hebt deine Produktseite von der Masse ab, die nur Standardbeschreibungen pflegt. Neun Blocktypen reichen für jedes Sortiment, drei Import-Wege decken vom Einzelprodukt bis zum Großkatalog alles ab. Entscheidend sind die Details: Semikolon, JSON-Hülle, vollständige Produktzeilen und unverzerrte Bilder. Wer diese vier Punkte beachtet, hat Kaufland Rich Content in einem Nachmittag auf seinen Top-Artikeln live – rechtzeitig vor dem vierten Quartal.
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Häufige Fragen
Als Spezialist für Multichannel-E-Commerce begleitet Dennis Händler bei der technischen und strategischen Skalierung ihrer Online-Geschäfte. Sein Fokus liegt auf der nahtlosen Verknüpfung von Warenwirtschaftssystemen wie JTL und Billbee mit führenden Marktplätzen wie Amazon, eBay und OTTO. Dennis kombiniert tiefgreifendes Systemwissen mit praktischer Erfahrung, um komplexe Verkaufsprozesse zu automatisieren und die Sichtbarkeit über alle Kanäle hinweg nachhaltig zu steigern.

