JTL-Wawi 2.0 bringt nicht nur eine schnellere Oberfläche und ein neues technisches Fundament — es läutet eine grundlegende Veränderung in der Strategie von JTL ein. Mit dem JTL Hub und der neuen Cloud-Plattform entsteht ein Ökosystem, das Multichannel-Händler langfristig anders arbeiten lässt. Was sich konkret ändert und was du heute schon tun kannst.
Was der JTL Hub ist — und was er verändert
Der JTL Hub ist die neue zentrale Verwaltungsoberfläche, die alle JTL-Dienste und Partner-Apps unter einem Dach zusammenführt. Statt separater Zugänge für unterschiedliche Dienste meldest du dich einmalig mit deiner JTL-ID an — und hast von dort aus Zugriff auf alle verbundenen Anwendungen, Benutzer und Rollen.
Für Händler mit mehreren Mitarbeitenden bedeutet das eine deutlich schlankere Verwaltung. Neuen Mitarbeitern Zugänge geben, Rollen anpassen, Dienste aktivieren oder deaktivieren — das alles passiert zentral im Hub, ohne in verschiedenen Systemen herumzunavigieren. Wächst dein Team, wächst die Verwaltung mit — ohne wachsenden Aufwand.
Der Hub ist gleichzeitig das Einfallstor für die neue App-Store-Logik. Wer heute schon den JTL Hub nutzt und für Cloud-Apps registriert ist, kann künftige Erweiterungen direkt darüber aktivieren — ohne Neuinstallation, ohne manuelle Integration.
Hybrid statt Cloud-Zwang: Was JTL wirklich vorhat
Das Wort „Cloud“ löst bei vielen Händlern reflexartig Bedenken aus: Datenverlust, Abhängigkeit vom Anbieter, erzwungene Migration. JTL geht hier einen anderen Weg — und das ist wichtig zu verstehen.
JTL-Wawi 2.0 bleibt eine lokal installierte Anwendung. Deine Daten bleiben auf deinem Server oder Rechner. Was sich ändert, ist die Art, wie optionale Cloud-Services damit verbunden werden können. Die Plattform funktioniert nach einem Hybrid-Prinzip: Lokal wo du es willst, Cloud wo es dir Mehrwert bringt.
Konkret läuft das über den JTL App Store, über den Cloud-Apps von JTL und Partnerunternehmen bereitgestellt werden. Dienste wie JTL-Archive — die GoBD-konforme Belegarchivierung — folgen diesem Modell: Cloud-Service, der an die lokale Wawi andockt, ohne dass du deine gesamte Infrastruktur verlagerst.
Das ist ein wichtiger strategischer Unterschied gegenüber Plattformen, die einen vollständigen Cloud-Umstieg verlangen. JTL gibt Händlern die Kontrolle — Cloud-Features können hinzugekommen oder weggelassen werden, je nach Bedarf.
Was das für Multichannel-Händler konkret bedeutet
Wer auf mehreren Marktplätzen gleichzeitig verkauft, kennt das Problem: Mehrere Systeme, mehrere Zugänge, mehrere Datensilos. JTL-Wawi war schon bisher das zentrale Drehkreuz für Marktplatz-Anbindungen — mit 2.0 und dem JTL Hub wird diese Zentralisierung konsequent fortgeführt.
Was sich für Multichannel-Betriebe ändert:
- Zentrale Benutzerverwaltung: Alle JTL-Dienste und Partner-Apps laufen unter einer einzigen Identität. Weniger Passwörter, weniger Reibungsverlust.
- App-Ökosystem: Partner-Apps — von Fulfillment-Dienstleistern bis zu spezialisierten Analyse-Tools — können künftig direkt über den App Store aktiviert werden. Das reduziert den Integrationsaufwand erheblich.
- Datensouveränität: Das Hybrid-Modell schützt sensible Händlerdaten. Die Kernprozesse bleiben lokal; nur definierte Daten werden für Cloud-Services freigegeben.
- Skalierbarkeit: Cloud-Apps lassen sich bei Bedarf hinzubuchen — du zahlst nur für das was du nutzt, nicht für eine Infrastruktur die du aufbauen musst.
Für Händler die heute auf JTL-Wawi als ERP-Lösung setzen, ist dieser Schritt keine Revolution, sondern eine natürliche Erweiterung des bestehenden Ökosystems.
Das JTL-App-Store-Konzept: Wie das Ökosystem wachsen soll
JTL positioniert den App Store als langfristige Grundlage für Partner-Integrationen. Ähnlich wie bei etablierten Plattform-Konzepten können Drittanbieter eigene Apps entwickeln, diese im Store anbieten und direkt an die JTL-Wawi-Infrastruktur anbinden.
Was das für Händler bedeutet: Statt aufwendiger Custom-Integrationen wird es künftig standardisierte Apps geben — für Spezialanforderungen wie automatische Belegarchivierung, spezielle Versandlösungen, Marktplatz-spezifische Erweiterungen oder Analyse-Tools.
Das ist eine Wette auf die Zukunft. Ob und wie schnell das App-Ökosystem wächst, hängt davon ab, wie viele Entwickler und Partner JTL für die Plattform gewinnen kann. Der Startschuss ist mit Version 2.0 gefallen — die Ernte kommt in den nächsten Jahren.
Was JTL für Ende 2026 plant
Version 2.0 ist nicht der Endpunkt der technischen Entwicklung. JTL hat bereits kommuniziert, dass eine Migration auf .NET 10 für Ende 2026 geplant ist. .NET 10 bringt weitere Performance-Verbesserungen und ist als Long-Term-Support-Version ausgelegt — ein verlässliches Fundament für die nächsten Jahre.
Das bedeutet für dich: Wer heute auf 2.0 wechselt, ist für dieses nächste Update gut vorbereitet. Das .NET-Upgrade ist dann ein reguläres Update ohne grundlegende Migrationsarbeit. Wer noch auf 1.x läuft, hätte zu diesem Zeitpunkt einen deutlich größeren Sprung vor sich.
Was du jetzt schon tun kannst
Unabhängig davon ob du heute oder in einigen Monaten auf 2.0 wechselst, gibt es zwei Schritte die sich lohnen:
Erstens: Informiere dich über den JTL Hub und richte ihn ein, sobald du 2.0 nutzt. Besonders wenn du mit einem Team arbeitest, ist die zentrale Benutzerverwaltung einer der direkten Alltagsvorteile — er zahlt sich schnell aus.
Zweitens: Beobachte den JTL App Store in den kommenden Monaten. Welche Partner-Apps kommen? Gibt es Dienste, die deine aktuellen manuellen Prozesse ablösen könnten? Das ist der Bereich, in dem 2.0 langfristig die meisten Zeitersparnisse bringen kann.
Wer den Wechsel konkret plant, sollte die Kompatibilität bestehender Systeme zuerst prüfen — mehr dazu in unserem Beitrag JTL-Wawi 2.0: Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel?
Fazit: Plattform statt Software
JTL entwickelt sich mit Version 2.0 von einer lokalen Warenwirtschaft zu einer vernetzten Plattform. Das ist keine Marketingaussage — es ist die logische Konsequenz aus JTL Hub, App Store und dem Cloud-Hybrid-Modell. Wer langfristig auf JTL setzt, profitiert von einer Infrastruktur, die mit dem eigenen Betrieb wächst.
Die Änderungen passieren schrittweise — Version 2.0 ist der erste Schritt, nicht der letzte. Händler die heute gut informiert sind, treffen bessere Entscheidungen über Timing und Vorbereitung.
Du willst wissen wie du deinen JTL-Betrieb fit für die nächste Stufe machst? Meld dich bei uns — wir begleiten Händler von der Analyse bis zur fertigen Konfiguration.
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Häufige Fragen
Als Spezialist für Multichannel-E-Commerce begleitet Dennis Händler bei der technischen und strategischen Skalierung ihrer Online-Geschäfte. Sein Fokus liegt auf der nahtlosen Verknüpfung von Warenwirtschaftssystemen wie JTL und Billbee mit führenden Marktplätzen wie Amazon, eBay und OTTO. Dennis kombiniert tiefgreifendes Systemwissen mit praktischer Erfahrung, um komplexe Verkaufsprozesse zu automatisieren und die Sichtbarkeit über alle Kanäle hinweg nachhaltig zu steigern.

