Pick & Pack ist der Kernprozess im Fulfillment: Ein Auftrag wird bearbeitet, indem zunächst die bestellten Artikel aus dem Lager kommissioniert (gepickt) und dann verpackt (gepackt) werden. Pick & Pack klingt einfach, ist aber einer der kostenintensivsten Prozesse im Lagerbetrieb – besonders bei wachsendem Bestellvolumen. Die Effizienz des Pick & Pack-Prozesses bestimmt maßgeblich die Versandkosten pro Bestellung, die mögliche Tageskapazität und die Fehlerquote. Professionelle Lagersysteme nutzen Picklisten, Barcodeabgleich und in modernen Lagern auch robotergestützte Picksysteme. Im E-Commerce-Kontext interessiert Pick & Pack besonders Händler, die selbst versenden (FBM) und ihre Logistikkosten optimieren wollen. Bei FBA übernimmt Amazon den gesamten Pick & Pack-Prozess.
Optimierungsansätze für den Pick & Pack-Prozess
Die wichtigste Optimierung ist die Lagerorganisation: ABC-Klassifizierung stellt sicher, dass schnell drehende Artikel (A-Artikel) nah am Packbereich gelagert werden, damit Wege kurz sind. Batch-Picking erlaubt das gleichzeitige Kommissionieren mehrerer Aufträge in einem Gang. Zone-Picking teilt das Lager in Zonen auf, wobei Mitarbeiter nur ihre Zone bearbeiten. Multi-Order-Picking kombiniert mehrere Aufträge in einem Pick-Vorgang und sortiert danach. Barcode-Scanning am Packplatz reduziert Fehler erheblich: Jeder gepickte Artikel wird gegen die Bestellung gescannt – falsche Artikel werden sofort erkannt. Professionelle Lager messen die Picks per Hour (PPH) als KPI für Effizienz.
Pick & Pack-Kosten kalkulieren und outsourcen
Die Kosten pro Pick & Pack-Vorgang setzen sich zusammen aus: Lohnkosten des Mitarbeiters pro Stunde geteilt durch die Anzahl bearbeiteter Aufträge, Verpackungsmaterial (Karton, Füllmaterial, Klebeband, Etiketten) und Gemeinkosten (Lagermiete, Energie, Software). Als grober Richtwert: In Deutschland liegen die Kosten bei 1,50–3,50 € pro Versandstück je nach Komplexität. Für Händler mit weniger als 50–100 Bestellungen pro Tag kann Outsourcing an ein Fulfillment-Dienstleister günstiger sein. Ab 200+ Bestellungen/Tag lohnt sich oft eigene Logistik.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kommissionierung (Pick) + Verpackung (Pack) = Kern des Fulfillment-Prozesses
- Lagerorganisation (ABC-Klassifizierung) als wichtigster Optimierungsschritt
- Barcode-Scanning am Packplatz reduziert Fehler
- Kosten: ca. 1,50–3,50 € pro Versandstück in Deutschland
- KPI: Picks per Hour (PPH) misst Mitarbeiter-Effizienz
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Häufige Fragen
Als Spezialist für Multichannel-E-Commerce begleitet Dennis Händler bei der technischen und strategischen Skalierung ihrer Online-Geschäfte. Sein Fokus liegt auf der nahtlosen Verknüpfung von Warenwirtschaftssystemen wie JTL und Billbee mit führenden Marktplätzen wie Amazon, eBay und OTTO. Dennis kombiniert tiefgreifendes Systemwissen mit praktischer Erfahrung, um komplexe Verkaufsprozesse zu automatisieren und die Sichtbarkeit über alle Kanäle hinweg nachhaltig zu steigern.
