Floor Price (Mindestpreis)

Floor Price bezeichnet den Mindestpreis, den ein Repricing-Tool niemals unterschreiten darf. Er bildet die untere Schutzgrenze bei der automatischen Preisanpassung auf Amazon und anderen Marktplätzen. Der Floor Price ist das wichtigste Sicherheitselement beim Repricing: Ohne ihn würde ein aggressiver Preiswettbewerb dazu führen, dass das Tool den Preis immer weiter nach unten drückt – bis hin zu einem Preis, bei dem kein Gewinn mehr übrig bleibt. Der Floor Price berechnet sich aus allen variablen Kosten plus der gewünschten Mindestmarge. Für ein FBA-Produkt auf Amazon umfasst das: Einkaufspreis + Inbound-Frachtkosten + Amazon-Provision (typischerweise 8–15% je Kategorie) + FBA-Fulfillment-Gebühren + FBA-Lagergebühren + anteilige Werbekosten + gewünschter Mindestgewinn. Der Floor Price variiert je nach Produkt erheblich – ein Händler, der günstig einkauft, hat mehr Spielraum als einer mit hohen Einkaufspreisen. Ein korrekt berechneter Floor Price ist die Grundlage für profitables Repricing.

Floor Price berechnen: Schritt für Schritt

Die Floor-Price-Kalkulation für ein Amazon-FBA-Produkt: Ausgangspunkt ist der Einkaufspreis inklusive aller Beschaffungskosten (Inbound-Fracht, Zölle, Etikettierung). Dazu kommen die Amazon-Provision für die jeweilige Kategorie (aus dem Seller Central ablesen), die FBA-Fulfillment-Gebühr (abhängig von Gewicht und Abmessungen – im FBA-Rechner kalkulierbar), eine anteilige Lagergebühr (besonders wichtig bei langsamdrehenden Artikeln) und eine Reserve für Retouren und Beschädigungen. Das Ergebnis ist der Break-Even-Preis. Der Floor Price liegt leicht über diesem Wert – um wie viel, hängt von der gewünschten Mindestrendite ab. Typisch sind 10–20 Prozent über Break-Even als Floor Price.

Floor Price und Repricing: Die richtige Balance

Ein zu hoch angesetzter Floor Price macht das Repricing ineffektiv: Das Tool kann nicht mehr wettbewerbsfähig reagieren und verliert die Buy Box. Ein zu niedriger Floor Price riskiert Verlustverkäufe. Die richtige Balance findet man durch regelmäßige Überprüfung: Wenn ein Produkt dauerhaft am Floor Price verkauft wird, signalisiert das entweder, dass der Marktpreis gefallen ist und eine Einkaufspreisverhandlung nötig ist, oder dass das Produkt schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig genug ist. Der Floor Price sollte bei jedem signifikanten Einkaufspreis-Update oder bei Änderungen der Amazon-Gebühren neu berechnet werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Absolute Untergrenze für Repricing-Tools – schützt vor Verlustverkäufen
  • Berechnung: Einkaufspreis + Provision + FBA-Gebühren + Puffer für Mindestmarge
  • Zu hoch = Buy Box verloren, zu niedrig = Verlustverkäufe – richtige Balance entscheidend
  • Bei Amazon-Gebührenänderungen und Einkaufspreisanpassungen immer neu berechnen
  • Amazon FBA-Rechner im Seller Central hilft bei der Floor-Price-Kalkulation

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Häufige Fragen

Wie berechne ich den richtigen Floor Price?

Floor Price = Einkaufspreis + Amazon-Provision + Versand/FBA-Gebühren + gewünschte Mindestmarge. Tools wie der Amazon FBA-Rechner im Seller Central helfen.

Was passiert, wenn kein Floor Price gesetzt ist?

Ohne Floor Price kann ein Repricing-Tool den Preis bis in den Verlustbereich senken – besonders im Wettbewerb mit aggressiven Repricing-Strategien anderer Händler.

Sollte der Floor Price öffentlich sichtbar sein?

Nein, der Floor Price ist eine interne Kalkulationsgröße und wird nicht angezeigt. Sichtbar ist nur der tatsächliche Verkaufspreis.

Dennis

Als Spezialist für Multichannel-E-Commerce begleitet Dennis Händler bei der technischen und strategischen Skalierung ihrer Online-Geschäfte. Sein Fokus liegt auf der nahtlosen Verknüpfung von Warenwirtschaftssystemen wie JTL und Billbee mit führenden Marktplätzen wie Amazon, eBay und OTTO. Dennis kombiniert tiefgreifendes Systemwissen mit praktischer Erfahrung, um komplexe Verkaufsprozesse zu automatisieren und die Sichtbarkeit über alle Kanäle hinweg nachhaltig zu steigern.

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