EPR (Extended Producer Responsibility)

EPR steht für Extended Producer Responsibility (erweiterte Herstellerverantwortung) und bezeichnet gesetzliche Pflichten für Hersteller und Importeure bestimmter Produktkategorien, die Entsorgung und das Recycling ihrer Produkte zu finanzieren. Für Online-Händler besonders relevant: Verpackungen (Verpackungsgesetz VerpackG), Elektro- und Elektronikgeräte (ElektroG), Batterien (BattG) und in Frankreich auch Textilien und Möbel. Das Verpackungsgesetz verpflichtet alle, die Verpackungen mit Ware an Endverbraucher abgeben (auch Versandkartons und Füllmaterial), sich bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (LUCID) zu registrieren, und lizenzierte Mengen bei einem dualen System (z.B. Der Grüne Punkt, Reclay) anzumelden. Wer Elektrogeräte verkauft, muss sich bei der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) registrieren.

EPR-Pflichten für Online-Händler im Überblick

Verpackungen: Registrierungspflicht in LUCID (Zentrales Verpackungsregister). Jährliche Mengenmeldung und Lizenzierung bei einem dualen System. Gilt für alle, die verpackte Ware an Endverbraucher verkaufen – auch wenn du nur den Versandkarton verwendest. Elektro- und Elektronikgeräte: Registrierung bei EAR (Stiftung Elektro-Altgeräte Register) Pflicht vor erstem Inverkehrbringen. Gilt für Hersteller und Importeure von Elektrogeräten – auch für Amazon-Händler die aus China importieren. Batterien: Registrierung bei einem gemeinsamen Rücknahmesystem (GRS) oder anderem anerkannten System. Gilt für alle Produkte die Batterien enthalten oder sind.

EPR auf Marktplätzen: Amazon, eBay und die Pflichten

Amazon und eBay verlangen mittlerweile von Händlern den Nachweis der EPR-Registrierung. In Frankreich ist EPR für Verpackungen seit 2022 verpflichtend und Amazon sperrt Listings ohne französische EPR-Registrierung. In Deutschland kontrolliert Amazon seit 2021 die LUCID-Registrierung und kann Listings ohne Nachweis einschränken. Praktische Empfehlung: EPR-Registrierungen als erstes auf der Checkliste für neue Produkte behandeln – vor dem Listing-Upload. EPR-Verstöße können zu Abmahnungen führen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Verpackungen: LUCID-Registrierung und Lizenzierung Pflicht
  • Elektrogeräte: EAR-Registrierung vor erstem Verkauf
  • Batterien: GRS oder anerkanntes Rücknahmesystem
  • Amazon und eBay prüfen EPR-Nachweis und sperren Listings
  • Frankreich hat eigene EPR-Anforderungen für Textilien und Möbel

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine rechtliche Beratung dar. Bitte wende dich für konkrete Fragen zu EPR-Pflichten an einen Fachanwalt für Umweltrecht oder einen spezialisierten Compliance-Berater.

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Häufige Fragen

Was ist LUCID und wer muss sich registrieren?

LUCID ist das zentrale Verpackungsregister in Deutschland. Wer verpackte Waren an Endverbraucher abgibt (B2C) muss sich dort registrieren – gilt auch für Versandverpackungen.

Gilt EPR auch für Amazon-Händler?

Ja. Amazon verlangt seit 2021 LUCID-Registrierungsnachweise und kann Listings ohne Nachweis einschränken. Für Frankreich gibt es seit 2022 eigene Anforderungen.

Was kostet die EPR-Lizenzierung?

Kosten hängen von den lizenzpflichtigen Verpackungsmengen ab. LUCID-Registrierung ist kostenlos. Die Lizenzierung beim dualen System kostet je nach Menge und Material zwischen wenigen Euro und mehreren hundert Euro jährlich.

Roman

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