Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag (DB) ist eine der wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen für Online-Händler. Formel: Deckungsbeitrag = Umsatzerlöse minus variable Kosten. Im E-Commerce bedeutet das: Verkaufspreis minus Wareneinkauf, minus Marktplatzprovision, minus Versandkosten, minus Verpackung = Deckungsbeitrag. Der Deckungsbeitrag zeigt, ob ein Produkt nach den direkten Kosten überhaupt zur Deckung der Fixkosten (Miete, Personal, Software) beiträgt. Ein Produkt mit hohem Umsatz aber negativem Deckungsbeitrag vernichtet Kapital. Deshalb ist der Deckungsbeitrag aussagekräftiger als der bloße Umsatz. Im Marktplatz-Kontext sollten Händler für jedes Produkt und jeden Kanal einen Deckungsbeitrag berechnen – denn die Provisionsstruktur variiert stark zwischen Amazon (8-20%), eBay (5-12%) und OTTO.

Deckungsbeitrag berechnen – Beispiel für Amazon FBA

Beispiel: Produkt wird für 25 Euro verkauft. Wareneinkauf 8 Euro, Amazon-Provision 3,75 Euro (15%), FBA-Versandgebühr 3,20 Euro, FBA-Lagergebühr anteilig 0,50 Euro, Verpackungsmaterial 0,30 Euro. Deckungsbeitrag = 25 – 8 – 3,75 – 3,20 – 0,50 – 0,30 = 9,25 Euro (37% des Verkaufspreises). Von diesen 9,25 Euro müssen noch Werbekosten (PPC), eventuelle Retouren und Fixkosten-Anteil gedeckt werden. Erst was übrig bleibt ist Gewinn. Diese Rechnung zeigt: Hohes FBA-Volumen mit zu niedrigem Deckungsbeitrag kann zu Wachstum auf Verlust führen.

Deckungsbeitrag nach Kanal vergleichen

Professionelle Händler berechnen den Deckungsbeitrag pro Produkt und Kanal: Amazon vs. eBay vs. eigener Shop. Der eigene Shop hat oft den höchsten Deckungsbeitrag (keine Marktplatzprovision), aber die geringste Reichweite. Amazon hat niedrigere Deckungsbeiträge wegen hoher Provisionen, aber das höchste Volumen. Der kanalspezifische Deckungsbeitrag-Vergleich hilft bei Priorisierungsentscheidungen: Wo lohnt es sich mehr zu investieren? Welche Produkte sollen priorisiert werden? Welche Preisanpassungen sind nötig?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Deckungsbeitrag = Umsatz minus alle variablen Kosten
  • Aussagekräftiger als Umsatz – misst ob ein Produkt wirklich profitabel ist
  • FBA-Beispiel: Verkaufspreis 25 Euro -> DB ca. 9 Euro (37%)
  • Kanalspezifisch berechnen: Amazon, eBay, eigener Shop unterscheiden sich stark
  • Negativer Deckungsbeitrag = Kapitalvernichtung auch bei hohem Umsatz

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?

Der Deckungsbeitrag zieht nur die variablen Kosten vom Umsatz ab. Der Gewinn zieht zusätzlich alle Fixkosten (Miete, Gehälter, Software) ab. Deckungsbeitrag ist ein Zwischenergebnis.

Wie berechne ich den Deckungsbeitrag für Amazon FBA?

Verkaufspreis minus Wareneinkauf, minus Amazon-Provision, minus FBA-Versandgebühr, minus Lagergebühr, minus Verpackung. Was übrig bleibt ist der Deckungsbeitrag 1.

Was ist ein guter Deckungsbeitrag im E-Commerce?

Als Richtwert sollte der Deckungsbeitrag 1 (nach Warenkosten und Marktplatzgebühren) mindestens 30-40% des Verkaufspreises betragen, um Fixkosten und Werbung zu decken.

Roman

unterstützt Unternehmen dabei, die Potenziale des modernen Mehrkanalhandels voll auszuschöpfen. Er ist Experte für die Implementierung und Optimierung von JTL und Billbee, um einen reibungslosen Datenaustausch mit Plattformen wie Amazon, eBay und OTTO sicherzustellen. Mit einem scharfen Blick für effiziente Workflows sorgt Roman dafür, dass technische Infrastrukturen stabil mitwachsen und Händler ihre Produkte erfolgreich auf den wichtigsten nationalen und internationalen Marktplätzen platzieren.

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